Über sechs Jahrzehnte Theatergeschichte
Landenhammer als Spielleiter des Theatervereins Reit im Winkl verabschiedet
Autor: Hanns Ostermaier
17 Jahre war er Spielleiter des Theatervereins Reit im Winkl, jetzt legte er nach rund 30 Inszenierungen sein Amt nieder: Beppo Landenhammer. Die Vorstandschaft feierte den 77-Jährigen mit einem warmherzigen Abschied nach der letzten Aufführung von den "Lustigen Vagabunden" vor wenigen Tagen im Festsaal.

Abschied nach 17 Jahren als Spielleiter: Beppo Landenhammer (grauer Umhang) erhält aus der Hand einer
seiner Nachfolgerinnen, Kathl Wilhelm, nach der letzten Vorstellung der "Lustigen Vagabunden" einen
Blumenstrauß.
Links freut sich der derzeitige Vorstand, Sohn Beppo Landenhammer junior, mit. Foto Ostermaier, Quelle: OVB
Gefeiert wurde er aber längst nicht nur wegen seines Einsatzes als Regisseur. Landenhammer ist als Spieler und Funktionär seit über sechs Jahrzehnten ein fester Bestandteil der "Theaterer". Doch nun scheint diese Ära langsam ihr Ende zu nehmen. "Ich hob koane Nerven mehr dafür", so meinte er nach dieser Aufführung.
Wenn der scheidende Spielleiter vom Beginn seiner großen Leidenschaft, dem Bauerntheater, erzählt, dann ist das eine Reise in eine völlig andere Zeit. Als er das erste Mal auf der Bühne stand, zwei Jahre nach Kriegsende, musste der gesamte Betrieb des Theaters zunächst neu organisiert werden. Eines der ersten Stücke, das auf die Bühne gebracht wurde, war 1947 das "Weiße Rössl". Darin war die Figur des "Piccolo" die allererste Rolle für den erst 15-jährigen Beppo Landenhammer. Die Rolle der Rösslwirtin war besetzt mit einer damals noch weitgehend unbekannten jungen Frau: Maria Hellwig.
Bereits fünf Jahre nach seinem Debüt als Schauspieler trat er in die Reihe der Verantwortlichen des Vereins ein, 1952 wurde er Zweiter Vorstand. Dies blieb er an der Seite von Franz Schlechter für 46 Jahre. 1998 gab er dieses Amt an Jüngere ab, heute leitet sein Sohn Beppo Landenhammer jun. als Erster Vorstand den Theaterverein.
1992 wurde Beppo Landenhammer sen. auch Spielleiter und zählt rückblickend zu seinen schönsten Glücksmomenten: "Wenn nach einer langen Vorbereitungszeit der Schlussapplaus zu hören war un man gewusst hat: All die Proberei hat sich gelohnt." Weniger geschätzt hat der gelernte Maler, wenn es galt, ein neues Stück auszusuchen. "Du hast im Geiste schon Besetzungen für die verschiedenen Rollen vorgenommen und hinterher hast erfahren, dass manche Spieler garnicht zur Verfügung stehen." Also musste er wieder umdisponieren. Allerdings gehöre das Improvisieren eben auch zur Welt des Theaters. Ob er nochmals als Spieler zu sehen sein wird, weiß Beppo Landenhammer nicht. "Das hängt davon ab, ob mich die beiden derzeitigen Spielleiterinnen halt noch brauchen können." Auf Beppo Landenhammer nach über sechs Jahrzehnten ganz verzichten zu können, scheint indes viel unwahrscheinlicher.
Quelle: Traunsteiner Tagblatt